Buschmannland
Windhoek - Khaudum - Okavango - Caprivi - Rundu - Windhoek
Zeitaufwand: 2½ Wochen


1. und 2. Tag, 2. und 3. August 2012: Nach ruppigem Flug (aus Sicherheitsgründen wurde nicht mal mehr Kaffee ausgeschenkt) landen wir um 5 Uhr morgens verschlafen im kalten Windhoek, unser Reiseleiter Andi holt uns ab. Am Zufahrtsweg zu einer Farm steigen Heribert und sein Sohn David zu uns, wir fahren auf die Heja Game Lodge zum Frühstück. Wir sehen Streifengnus, Kudus, Springböcke, Weißschwanzgnus und die aus Südafrika importierten Blessböcke. In Windhoek gehts in die Pension Uhland, wir warten auf unser Zimmer, dann lernen wir den Rest der Gruppe kennen, Sabine und Clemens, die das "Begleitfahrzeug" mit Gepäck und Verpflegung fahren, Margit und Cinzia. Am Mittag sitzen wir mit Andi und seiner Freundin im Goethe-Zentrum zum Kaffee, auf Stadtbummel haben wir keine Lust, danach fallen wir zur Siesta ins Bett. Abends lassen wir den ersten Tag bei Joe's Beer House ausklingen, essen Kudu und Gemsbock.

3. Tag, 4. August 2012: Nach dem Frühstück gehen wir Getränke kaufen, dann gehts in unseren Pinzgauern gen Osten, am Flughafen vorbei. Am Straßenrand Warzenschweine, Kuhantilopen, Kudus, Gnus, Tokos und Singadler. In Omitara hört der Asphalt auf, es geht auf Schotterpiste weiter. In Summerdown wird getankt, kurz darauf haben wir die anderen beiden verloren. Nach kurzem Handygespräch bekommen sie ihren Wagen wieder in Gang, wir treffen uns zur Rast, alle Fressalien sind im anderen Wagen. Kurz nach 15 Uhr verlassen wir die Straße, biegen links in den Busch und bauen unsere Zelte irgendwo auf, traumhaft. Bei Spaghetti Bolognese und leckerem Rotwein sitzen wir am Lagerfeuer und feiern Clemens Geburtstag, nachdem wir auf dem Wagendach einen traumhaften Sonnenuntergang genossen haben.

Unsere Pinzgauer
Unsere Pinzgauer

Camp mitten im Busch
Camp mitten im Busch

Sonnenuntergang auf dem Dach
Sonnenuntergang auf dem Dach

4. Tag, 5. August 2012: Beim Aufstehen schaut eine Kuh direkt ins Zelt, die ganze Nacht haben wir Schakale gehört, der Mond hat es gar nicht dunkel werden lassen. Um 8 Uhr sind wir wieder auf der Straße, fahren gen Osten bis kurz vor Botswana, dann Richtung Norden. 200km lang gibt es nur Kühe, Ziegen, Esel und Pferde, man könnte meinen, das wäre Südeuropa, nicht Hereroland in Afrika. Irgendwann aber Elefantendung, und tatsächlich, 3 Elefanten verschwinden ins Unterholz. Wir rasten idyllisch an riesigen Baobabbäumen, an einem Feuchtgebiet, wir sehen einen Sattelstorch, Gabelracken, Bienenfresser, Tokos, einen Schwarzibis und etliche andere Wasservögel. Abends am Lagerfeuer hören wir einen Elefanten am Wasser, leider ist er nicht zu sehen.

5. Tag, 6. August 2012: Vormittags erreichen wir Tsumkwe, leider hat die Tankstelle keinen Sprit, wir füllen wenigstens Wasser auf. Nach kurzer Fahrt kommen wir in den Khaudum National Park, schlagen unsere Zelte im Sekerreti Camp auf. Nach der Siesta fahren wir zur Wasserstelle Tsoana und sehen ca. 20 Elefanten, was für ein Erlebnis. Abends wird geduscht, eiskalt zwar, aber immerhin.

6. Tag, 7. August 2012: Es ist bitterkalt in der Nacht, auch beim Frühstück tauen wir nicht auf. Ein Fahrzeug bleibt im Camp, wir fahren gen Norden, an der Omiramba-Wasserstelle stehen an die 30 Elefanten. In Dussi lassen wir die Luft aus den Reifen, es geht durch Tiefsand weiter bis Tsau, dann nach Leeupan. Dort sehen wir Elefanten, Pferdeantilopen und einen Gaukler. Tari Kora und Dussi sind verlassen, aber in Omiramba stehen mindestens 50 Elefanten im warmen Abendlicht, was für eine sensationelle Szenerie.

Camp am Baobabbaum
Camp am Baobabbaum

Elefanten am Omiramba-Wasserloch
Elefanten am Omiramba-Wasserloch

Gaukler bei der Landung
Gaukler bei der Landung

7. Tag, 8. August 2012: Unser Wasser ist gefroren, es hat -3°C. Zum Abschied vom Khaudum NP stehen Kudubulle und -kuh am Wegesrand, dann erreichen wir Tsunkwe, tanken, heute gibt es Benzin. Kurz darauf ist die Grenzstation zu Botswana erreicht, der Grenzer entdeckt das Bier im Kühlschrank und fordert 2 Dosen ein. Es geht auf Schotterpiste Richtung Osten, gegen 15 Uhr suchen wir uns einen Platz in einem Flussbett und schlagen die Zelte auf.

8. Tag, 9. August 2012: Morgens ist es -10°C, das Wasser hat keine Eisschicht, sondern ist komplett gefroren. Die Batterie unseres Fahrzeugs ist leer. Nach ca. 90km Schotterpiste erreichen wir die geteerte Hauptstraße und fahren noch 140km Richtung Norden. Bei Drotzkys Cabins beziehen wir Stellplatz 10, sehen bunte Nektarvögel, Meerkatzen schleichen um die Zelte. Es ist sonderbar, plötzlich wieder grünes Gras zu sehen, dichte Vegetation, fließendes Wasser, der Okavango hat eine sehr starke Strömung. Abends werden wir mit dem Boot zum Restaurant gefahren, nachts hören wir Nilpferde, die in der Nähe grasen. Die Temperaturen fallen auf 5°C plus, was für eine Wohltat.

Grenzhäuschen in Botswana
Grenzhäuschen in Botswana

Kochen am Lagerfeuer
Kochen am Lagerfeuer

Drotzkys Cabins am Okavango
Drotzkys Cabins am Okavango

9. Tag, 10. August 2012: Nach dem Frühstück laufen wir etwas durchs Camp, fotografieren Meerkatzen und Vögel. Maskenpirol und Hartlaubdrosslinge kommen direkt vor uns auf den Boden. Nachmittags gehts aufs Boot, fast 4 Stunden den Okavango-Fluss stromaufwärts. Wir sehen Krokodile, verschiedene King-Fisher, z.B. den bunten Malachite-Kingfisher, Reiher, Bienenfresser, Kormorane, Schlangenhalsvögel, Schreiseeadler und eine Fischeule in einem Baum. Später dann Nilpferde, die blasend ab- und auftauchen. Auf dem Rückweg erleben wir einen wunderschönen Sonnenuntergang auf dem Fluss und sitzen nach dem Abendessen noch lange am Feuer.

10. Tag, 11. August 2012: Am Flussufer sehen wir noch einmal einen schillernd bunten Malachite-Kingfisher, dann gehts über die Grenze zurück nach Namibia. Nach wenigen Kilometern erreichen wir die Nunda-Lodge, werden von Cameron freudig begrüßt und beziehen die Campgrounds 7 und 8 direkt am Fluss. Vor uns steigt eine große Nilpferdherde aus dem Okavango ans andere Ufer, Kingfisher und Drosslinge landen im Schilf. Nachmittags fahren wir über die Brücke auf die andere Seite des Okavango in ein Büffelgebiet, sehen Kudus, Impalas, Warzenschweine aus nächster Nähe. Am Fluss stehen riesige Kaffernbüffel und jede Menge Elefanten, eine friedliche Szenerie. Auf der Rückfahrt schrecken wir eine kleine Gruppe von 4 Elefanten auf, eine Kuh dreht durch und startet mehrere Scheinangriffe auf unser Auto, bleibt immer erst kurz vor den Fenstern stehen, unheimlich. Der Sonnenuntergang am Okavango ist sehr speziell, die knallrote Sonne spiegelt sich im Wasser.

Meerkatzen bei der Körperpflege
Meerkatzen bei der Körperpflege

Bootsfahrt auf dem Okavango
Bootsfahrt auf dem Okavango

Geiertreff im Baum
Geiertreff im Baum

11. Tag, 12. August 2012: Im Schilf am Ufer sitzt ein riesiger Senegalkuckuck. Wir verlassen das Camp, füllen in Divundu unsere Getränkevorräte auf, dann gehts über die Brücke ins Caprivi, 200km Asphalt liegen vor uns bis Kongola. Nach unspektakulärer Fahrt erreichen wir kurz vor 13 Uhr den Bwabwata National Park und fahren querfeldein bis zum Nambwa Camp am Kwando. Kudus, Impalas, Elefanten und Letschwes stehen an der Piste, wir schauen schon gar nicht mehr richtig hin. Auch auf der Holzsammelfahrt steht viel Wild im Busch, am Abend sitzen wir in einem Hochsitz und beobachten Elefanten, Giraffen und Impalas bis zum Sonnenuntergang.

12. Tag, 13. August 2012: Nachts stehen 2 Elefanten am Zelt und fressen Akazienblätter, ein wenig unheimlich ist das schon. Wir fahren nach Kongola auf die andere Seite des Kwando-Flusses zum Tanken, Kudus, Impalas und Letschwes stehen Spalier, später noch Paviane. In der Mittagspause läuft ein Nilpferd durchs Camp, beim Fotografieren komm ich wohl zu nahe, es fängt zu schnauben an.
Nachmittags fahren wir Richtung Horseshoe, irgendwann hören wir auf, Elefanten zu zählen, bis wir mitten in einer Herde feststecken. Eine Mutter beginnt auszuflippen und fängt an, unser Auto zu attackieren. Auf der Weiterfahrt sehen wir Zebras, Halbmondantilopen, Schreiseeadler und Elefanten, Elefanten, Elefanten...
Zum Sonnenuntergang stehen wir am Horseshoe, Nilpferde vor uns im Wasser, plötzlich kommt eine Elefantenherde direkt auf uns zu, wir sitzen zwischen Herde und Wasser. Aber die Elefanten bleiben cool, schnwenken nach rechts und trinken, wir können sie fast anfassen. Später kommt noch eine zweite Herde, dann eine dritte, die Nilpferde schimpfen, eines hebt seinen massigen Körper rückwärts aus dem Fluss, kackt direkt vor die Elefanten. Erst bei völliger Dunkelheit erreichen wir unseren Campground, die Affen haben Töpfe geöffnet, die Restkartoffeln und 2 Kürbisse vertilgt.

Nilpferd im Camp
Nilpferd im Camp

Elefanten
Elefanten

Sonnenuntergang am Horseshoe
Sonnenuntergang am Horseshoe

13. Tag, 14. August 2012: Nach dem Frühstück wird geduscht, die Temperaturen sind auch nachts deutlich gestiegen. Wir brechen zu einer kurzen Pirschfahrt auf, nachdem Andi und Clemens den grünen Pinzgauer fast komplett auseinandergenommen haben, um das defekte Teil zu finden, das Batterie und Eisschrank lahmgelegt hat. Irgendwann verlieren wir die Spur, irren durch tiefen Sand, bis wir umkehren und auf der "Hauptspur" zum Horseshoe fahren. Dort liegt ein Hippo faul am Strand. Wir nähern uns erst zu Fuß, später auch mit dem Auto, es wird aufgeschreckt und steht schläfrig herum, 4 Madenhacker auf dem Rücken. Auf der Rückfahrt ins Camp Giraffen, Kudus, Elefanten und eine große Gruppe Impalas direkt an unserem Camp.
Nachmittags fahren wir ans Südende des Parks, fast bis zur botswanischen Grenze. Immer wieder folgen wir Leopardenspuren, aber leider lassen sich keine Katzen blicken, dafür sehen wir schmusende Giraffen, Zebras, eine Herde Gnus, Halbmondantilopen und..... Elefanten.
Den Sonnenuntergang verbringen wir wieder am Horseshoe, leider sind 2 Fahrzeuge aus der Lodge da, die Touris machen Riesenlärm. Erst als sie verschwunden sind, tauchen wieder Elefanten auf, eine riesige Herde. Später laufen einige Elefanten zwischen uns und dem Wasser entlang, bemerken uns erst im letzten Moment, so nah waren wir noch nie an Elefanten dran. Im Camp haben derweil die Meerkatzen eine schwere Kiste geöffnet und 3 Säcke Müsli entwendet.

14. Tag, 15. August 2012: In der Nacht ist es brütend warm, wir können kaum schlafen. Morgens schwimmen 5 Nilpferde direkt hinter den Zelten. Wir fahren aus dem Park heraus, sehen frische Leopardenspuren, aber nicht die dazugehörige Katze, dann schrubben wir die 190km bis Divundu, kaufen Müsli und stellen die Zelte noch einmal bei Cameron in der Nunda-Lodge direkt am Okavango-Fluss auf. Nachmittags fahren wir in die Mahango Core Area des Bwabwata NP, ein eingezäuntes Stück des Nationalparks. Wir sehen Giraffen, Paviane, Elefanten, Rappenantilopen, ein bisschen erinnert es an einen Zoo. Auf dem Rückweg steht ein kapitaler Rappenantilopenbulle an der Straße. Der Sonnenuntergang am Okavango ist traumhaft, es gibt T-Bone-Steaks vom Grill.

Streifengnu
Streifengnu

Straßenschild
Straßenschild

Paviane
Paviane

15. Tag, 16. August 2012: Nach dem Tanken in Divundu geht es 200km auf asphaltierter Straße bis Rundu. Wir kaufen ein, dann fahren wir auf die Hakusembe Lodge zum Campen. Wir sitzen am Wasser, eine grüne Baumschlange schwimmt vorbei. Später fahren wir mit einem Boot noch 1,5 Stunden auf dem Okavango, sehen Krokodile, Reiher, Kingfisher. Am anderen Ufer liegt Angola, etliche Menschen waschen sich trotz der Krokodile im Fluss, dann erleben wir bei Gin Tonic einen knallroten Sonnenuntergang auf dem Wasser.

16. Tag, 17. August 2012: In Rundu wird getankt, dann gehts 250km bis Grootfontein, wieder tanken, einkaufen, Briefmarken kaufen. Arnold hatte uns vergessen, wir stehen vor verschlossenem Tor. Seine Kinder Edith, Sieglinde und Ludwig öffnen uns, dann stellen wir auf seiner Farm die Zelte auf. Nach einer Führung über die Farm tanzen am Abend die Kinder in traditionellen Buschmanngewändern am Feuer zu Buschtrommeln für uns.

Bootsfahrt auf dem Okavango
Bootsfahrt auf dem Okavango

Sieglinde, Conny und das zahme	Warzenschwein
Sieglinde, Conny und das zahme Warzenschwein

Buschmanntanz
Buschmanntanz

17. Tag, 18. August 2012: Nach dem Frühstück fahren wir zum Hoba-Meteoriten, einem freigelegten Klotz von 3 auf 1m. Weiter über Schotterpiste bis zum Waterberg, unserem letzten Campground. Kaum sind die Zelte aufgebaut, klaut ein riesiger Pavian unsere Kekse aus dem Auto, wir hätten wohl die Türe schließen sollen. Ein Rotschnabel-Frankolin tappt durchs Camp. Zum Wandern auf den Waterberg ist es uns viel zu heiß, wir duschen und versuchen, wieder heimatfähig auszusehen. Zum Abendessen gibt es Oryxfilet mit Kartoffeln und Salat, die Getränkevorräte werden aufgebraucht.

18. Tag, 19. August 2012: Wir packen unsere Taschen, dann gehts über Okahandja und seinen Holzmarkt nach Windhoek in die Pension Uhland. Nacheinander verabschieden wir die anderen, wir bleiben noch im Garten sitzen, unser Flieger geht erst um 20:05. Am Flughafen werden, als wir ankommen, gerade die Schalter geschlossen, der Flieger ist hoffnungslos überbucht, niemand mehr wird angenommen. Ich drängle mich durch aufgebrachte Reisende nach vorne, zeige unsere Pässe, und siehe da, unser Gepäck wird noch angenommen, gut, dass ich in der Pension Uhland bereits online eingecheckt hatte.

19. Tag, 20. August 2012: Den Rückflug verschlafen wir fast komplett und landen am frühen Morgen wohlbehalten in Frankfurt.

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