Mit dem Zelt durch Namibia
Windhoek - Kalahari Gemsbok - Fish River Canyon - Sossusvlei - Etoscha
Zeitaufwand: 3 Wochen


1. Tag: Nach 9 Stunden Flugzeit Ankunft in Windhoek um 7 Uhr morgens. Hier treffen wir unsere kunterbunte Reisegruppe: Sandra und Roland, ein Pärchen aus Bayern, Monika aus Sylt, die jetzt auch in Bayern lebt, Christian aus Wien und Joss aus dem Odenwald. Wilfried aus dem Münsterland musste über Johannesburg fliegen und trifft erst am Nachmittag ein.
Unsere Reiseleiterin heißt Brigitte und lebt seit 15 Jahren in Namibia. Mit ihrem Kleinbus geht es zum Daan Viljoen Park westlich von Windhoek. Nach dem Bezug der Bungalows starten wir die erste Wanderung, um uns an das namibische Klima zu gewöhnen. Nachmittags dann der erste "Game-Drive": Gnus und Oryx-Antilopen stehen direkt an der Straße, etwas weiter in der Ferne können wir Giraffen beobachten.

Bungalow im Daan Viljoen Park

Sonnenuntergang im Köcherbaumwald

2. Tag: Nach dem Frühstück geht es um 9.00 Uhr los bis Keetmanshoop. Die Zelte werden auf der Garasfarm am Köcherbaumwald aufgeschlagen. Ein grandioser Sonnenuntergang und Brigittes Kochkünste sind die Belohnung für die fast endlose Fahrerei. Nachts dann die Überraschung: Gewitter, Sturm, Platzregen. Leider haben wir unsere Dachabdeckung nicht angebracht und auch die Fensterrollos sind offen, somit sind nach kurzer Zeit unsere Schlafsäcke und Klamotten triefnass.

3. Tag: Joss darf unser Straußenei ausblasen, Brigitte zaubert daraus ein herrliches Rührei zum Frühstück. Heute geht es auf Schotterstrassen über die Grenze nach Südafrika bis zum Kgalagadi Transfrontier Park nach Twee Rivieren, wo wir für 2 Nächte unsere Zelte aufschlagen. Nach Einbruch der Dunkelheit schleicht ein Schakal durchs Camp, im Baum sitzt ein seltener Genet.

Joss mit Straußenei

Trinkende Giraffe

4. Tag: Heute geht es schon früh los zum Gamedrive durch den Nationalpark. Nach wenigen Kilometern sehen wir die ersten Gnus, Springböcke und Oryx-Antilopen. Ein Rudel Löwen liegt faul in der Sonne, ein Leopard streift am Bergkamm entlang. Auf der Fahrt nach Mata Mata begegnen uns noch eine trinkende Giraffe, Vogelstrauße, eine Riesentrappe, mehrere Sektretäre und ein Steppenadler. Zum Abendessen verwöhnt uns wieder Brigitte, diesmal mit einem leckeren Oryx-Steak vom Grill mit Kartoffeln und Rote Beete Salat.

5. Tag: Um 5.00 Uhr aufstehen, danach den Sonnenaufgang bewundern und Zelte abbauen. Heute geht es wieder auf der Schotterstraße entlang der Grenze zu Botswana über Upington bis zu den Augrabies-Falls. Dort schlagen wir erneut für 2 Nächte unsere Zelte auf. Auf der kleinen Wanderung zum Wasserfall können wir Klipp-Schliefer, Eidechsen und streitende Meerkatzen fotografieren.

Campingplatz im Augrabies Falls Park

Augrabies Falls National Park

6. Tag: Nachdem unser Zelt diesmal abgedichtet ist, kann das nächtliche Gewitter keinen Schaden anrichten. Heute geht es zu den Augrabies-Falls, die zu den 6 größten Wasserfällen der Erde zählen. Auf dieser sehr abwechslungsreichen 5-stündigen Wanderung können wir Klippspringer und Klippschliefer beobachten. Roland unterhält uns mit geologischen Anekdoten über Diamanten, Granit, Quarze und andere Steine und Mineralien. Am Spätnachmittag unternehmen wir noch einen Ausflug durch den Augrabies-Falls-Park.

7. Tag: Heute gehts zurück nach Namibia. Eine schwarze Mamba überquert die Straße und geht sofort in Angriffstellung, als wir unser Auto anhalten. In Karasburg kaufen wir Lebensmittel für die nächsten Tage und fahren über Grünau bis zum Fish-River-Canyon auf einen herrlichen Campingplatz. Ein geologischer Exkurs von Roland informiert uns über die Entstehung des Canyons. Der Lammeintopf von Brigitte ist wieder ein kulinarischer Hochgenuss.

Abends müssen die Erlebnisse ins Tagebuch geschrieben werden

Jeden Tag hat sich unsere Reiseleiterin andere Fitnessübungen ausgedacht

8. Tag: Nach dem Frühstück fahren wir nochmal zum Canyonrand und unternehmen eine kleine Wanderung, bevor wir zur Fahrt nach Klein Aus Vista aufbrechen. Ein Riesenpavian hat sich im Camp über unsere Lammreste gefreut, die wir für die Katze hingestellt hatten. Bei der Überquerung eines Flußbetts bleiben wir im Sand stecken. Doch mit vereinten Kräften schieben wir das Auto aus dem Morast und kommen gegen Spätnachmittag auf dem Campingplatz in Klein Aus Vista an. Zum Sonnenuntergang klettern wir auf die nahegelegenen Felsen und genießen das überwältigende Schauspiel.

9. Tag: Heute fahren wir durch die Wüste bis Kolmanskop, einer Geisterstadt ehemaliger Diamantensucher. Nach der sehr interessanten Führung geht es weiter bis Diaz an die Atlantikküste. In Lüderitz unternehmen wir einen Stadtbummel und kehren in ein kleines Cafe ein. Dass Namibia einmal eine deutsche Kolonie war, lässt sich nicht verleugnen.

"Haus Eberlanz" in Lüderitz

Irgendwann platzt auf den Schotterpisten jeder Reifen

10.Tag: Frühe Abfahrt von Klein Aus Vista nach Sesriem. Nach 2 Stunden Schotterpiste haben wir einen platten Reifen und wir müssen für den Wechsel den gesamten Bus entladen. Die Fahrt durch die Wüstenlandschaft ist ein besonderes Erlebnis. Durch die Luftspiegelungen entstehen die "Namib-Sümpfe". Am Strassenrand grasen Herden von Springböcken und Oryx-Antilopen. Während der Nacht haben Hyänen und Schakale unsere Abfalltonne umgeworfen und entleert.

11.Tag: Heute geht´s um 4.30 Uhr los zur Dünenlandschaft in der Namib. Erster Halt bei Düne 45. Nachdem wir den Dünenkamm aufgestiegen sind, warten wir auf den Sonnenaufgang. Während wir ein grandioses Schauspiel erleben, erwartet uns unsere Reiseleiterin Brigitte bereits zum Frühstück mit frischen Pfannkuchen. Zum Deadvlei geht es nur mit dem Allradfahrzeug, nur Monika, Joss und Wilfried kämpfen sich zu Fuß mühsam die insgesamt 12 km durch den Sand bis Sossusvlei und zurück. Im Camp fällt alles erschöpft in den verdienten Mittagsschlaf. Am Spätnachmittag steigen wir in den Sesriem Canyon zum Wassertümpel.

Düne 45

Erfrischendes Bad im Bergpool

12.Tag: Monika hat heute Geburtstag. Wir fahren nach einem gemütlichen Frühstück in die Naukluftberge. Während der Fahrt können wir Bergzebras und Kudus sehen. Am Zeltplatz lauern bereits die Paviane. Wir brechen auf zu einer fünfstündigen Wanderung durch die schöne Berglandschaft. Zwischenstation wird an einem kristallklaren Wasserloch gemacht. Bis auf Brigitte, Christian und Frank stürzen sich alle ins kalte Nass. Auf unserer Wanderung sehen wir knallgelbe Maskenweber, Rosenköpfchenpapageien und eine große Pavianfamilie.

13.Tag: Nach eiskalter Dusche geht es heute über Solitaire (hier gibt es den besten Apfelkuchen Namibias) bis zum Wüstencamp an der Blutkuppe. Heute gibt es weder Strom noch Wasser, dafür einen herrlichen Aufstieg bis zum Gipfel mit einem traumhaften Rundblick. Beim Abstieg begegnen wir noch einer kleinen, jedoch hochgiftigen Viper.

Auf dem Gipfel der Blutkuppe

Mit zwei Cessna 210 sind wir über die Wüste geflogen

14.Tag: Morgens sind die Zelte nass! Unglaublich, wie feucht die Wüste sein kann. Das Wecken übernahm heute ein Uhu. Wir fahren bis Swakopmund, vorbei an den Welwitschias, den mit 2000 Jahren ältesten Pflanzen der Erde. Am Nachmittag werden wir zu unserem Rundflug über die Namibwüste abgeholt. Unser Pilot fliegt teilweise nur 30 m über dem Wasserspiegel. Ein wirklich großartiges Erlebnis!

15.Tag: Heute geht es weiter die Küste entlang auf Salzstrassen bis Cape Cross. Hier liegen tausende von Zwergpelzrobben dicht an dicht, selbst die Toilettenhäuschen sind von Ihnen besetzt. Auf dem Weg zum Brandberg Halbedelsteine bei Straßenhändlern gekauft. Die Wanderung zur 'White Lady', einer jahrtausendealten Felszeichnung, wird von Hendrik, einem einheimischen Damara, begleitet. Auf dem Campingplatz kann beim Duschen unter freiem Himmel die Milchstraße bewundert werden.

White Lady of the Brandberg

partielle Sonnenfinsternis über der Etoscha-Pfanne

16.Tag: Beim Frühstück können wir flirtende Gelbschnabeltokos beobachten, danach geht die Fahrt Richtung Etoscha. Nach dem Zeltaufbau kommen wir in den Genuss einer partiellen Sonnenfinsternis, Brigitte hatte bereits bei Reisebeginn an genügend Brillen gedacht. Bereits beim ersten Gamedrive sehen wir Herden von Springböcken, Zebras, Gnus und Oryx-Antilopen, außerdem Impalas, Kuh-Antilopen, Giraffen, Schakale, Riesentrappen, Gackeltrappen und eine Mamba. Kurz vor Sonnenuntergang dann die Sensation: ein Nashorn direkt am Wegesrand. Am beleuchteten Wasserloch in Okaukuejo stehen nach Sonnenuntergang zwei Elefanten, auch Löwen tauchen auf. In der Nacht ist ständig Löwengebrüll und Schakalgeheule zu hören.

17.Tag: Fahrt durch den Etoscha-Park zu verschiedenen Wasserlöchern, Zebras, Gnus, Springböcke und Oryx-Antilopen stehen einträchtig zusammen, ein riesiger Elefant taucht neben der Straße auf. Ankunft im Camp Halali gegen Mittag, die Zelte werden aufgebaut. Vor dem Tourist Shop sitzt eine Zwergohreule im Baum. Der nächste Game-Drive mit Giraffen, Steinböcken, Straußen, Tokos und einem Wiedehopf führt uns in die Etoscha-Salzpfanne. In der Ferne marschiert eine Karawane Oryx-Antilopen (bedingt durch Luftspiegelung) scheinbar auf dem Wasser. Zurück in Halali tauchen am Wasserloch 2 Spitzmaulnashörner (Black Rhino) und eine Eland-Antilope auf. Ein drittes Nashorn (das seltene Breitmaulnashorn - White Rhino) wird sofort wieder verjagt. Eins der Black Rhinos steht keine 10m entfernt von uns direkt im Scheinwerferlicht. Spätabends kommt das White Rhino noch einmal zum Wasserloch, außerdem 2 Hyänen, die aber sofort wieder verjagt werden.

Sonnenuntergang in Halali

Zebras und Gnus gemeinsam am Wasserloch

18.Tag: Fahrt zum Wasserloch Okerfontein, dort liegt ein Nashornkadaver, an dem sich 3 Hyänen satt fressen. Aus dem hohen Gras schauen Nilgänse heraus, Perlhühner kreuzen die Straße. Am Wasserloch Kalkheuwel jagt eine Herde Kudus Warzenschweine, am Wegesrand stehen Steinböckchen, ein fetter Waran versperrt uns die Straße. Kurz vor dem Camp Namutomi werden die Herden immer größer, der Wildreichtum erschlägt uns. Das Camp selbst ist wunderschön gelegen, in den Bäumen sitzen Grey Louries (Graulärmvögel), Mangusten klauen die Kekse aus unserem Bus. Nachmittags führt uns der Game Drive in die Andoni Plains, Giraffenland. Wir sehen Ohrengeier und Weißrückengeier, außerdem Säbelschnäbler. Auf der Rückfahrt stehen am Tsumcor-Wasserloch zwei Giraffen und eine Herde Elefanten. Zurück im Camp versuchen uns 3 Schakale die Oryx-Steaks abspenstig zu machen. Die letzte Nacht unter freiem Sternenhimmel steht bevor, am Lagerfeuer lassen wir die persönlichen Höhepunkte Revue passieren.

19.Tag: Frühe Abfahrt um 7 Uhr 30. Zum Abschied kreuzen Giraffen die Straße, auch Impalas, Steinböcke und ein Damara-Dikdik stehen am Wegesrand. Die Fahrt geht über Tsumeb, Otavi und Otjiwarongo, wo wir unsere Namen in Palmnüsse schnitzen lassen, Okahandja mit seinem Holzschnitzermarkt bis nach Windhoek ins gebuchte Hotel. Das Abendessen findet im Restaurant statt, danach geht es noch auf einen Absacker in Joe's Beer House, wo wir im großen Kreis bis 23 Uhr ums Lagerfeuer sitzen.

Der letzte Abend in Namibia

Christuskirche in Windhoek

20.Tag: Nach dem Frühstück Spaziergang durch Windhoek zum Reiterdenkmal, letzte Einkäufe getätigt (Oryx-Filets, südafrikanischer Wein, geschnitztes Zebra). Danach faul am Hotelpool gelegen, bis wir um 16 Uhr abgeholt und zum Flughafen gebracht werden. Am Abend dann Abschied von unserer Reiseleiterin Brigitte und Rückflug nach Frankfurt.


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