Durch Yukon und Alaska

Whitehorse - Polarkreis - Dawson - Tok - Kluane - Haines - Whitehorse

Zeitaufwand: 3 Wochen
gefahrende Kilometer: ca. 3800
beste Jahreszeit: Juli bis September
Juli und August sind angenehm warm, allerdings voller Touristen und Moskitos
im September beginnt der Indian Summer, bedingt durch Nachtfrost gibt es keine Moskitos mehr

1. Tag: Nach 9,5 Stunden Flug von Frankfurt über Grönland und den magnetischen Nordpol kommen wir mittags in Whitehorse an. Die Zeitverschiebung beträgt 9 Stunden. Bis unser Hotelzimmer fertig ist, bummeln wir durch die Stadt. Der eisige Wind am Yukon River erfordert Schal und Mütze. So stellen wir uns gleich mal auf das Klima für die nächsten 3 Wochen ein.

SS Klondike

Unser Wohnmobil

2. Tag: Nachdem wir unser Wohnmobil abgeholt und uns im Supermarkt für die nächsten Tage eingedeckt haben, geht es auf dem Klondike Highway Richtung Norden. Wir halten an den Five Finger Rapids und machen eine kleine Wanderung hinunter zum Fluss. In diesen Stromschnellen haben viele Goldgräber ihr Leben verloren. Unser erster Campingplatz ist in Stewart Crossing, die ersten 360 km liegen hinter uns.

3. Tag: Bei bedecktem Himmel geht es heute Richtung Dawson am Stewart River entlang. An der Kreuzung zum Dempster Highway wird noch einmal getankt, dann haben wir über 400 km Schotterpiste vor uns bis zum Polarkreis. Die Farben werden immer prächtiger, von grün zu gelb und von braun zu rot. Die Natur zeigt sich vor dem nahenden Winter in ihrem schönsten Kleid. Die Landschaft ist ebenfalls spektakulär, Hügelland, in der Ferne hohe Gebirgsketten und dann die Tundra. Am Engineer Creek finden wir einen schönen, fast leeren Campingplatz.

Engineer Creek

Polarkreis

4. Tag: Wir stehen mit den ersten Sonnenstrahlen auf und machen herrliche Bilder am nebelverhangenen Fluss. Nachdem wir Hilfe für ein Ehepaar aus den USA von der nahegelegenen Straßenbaufirma geholt hatten, fahren wir weiter. Der Straßenzustand wird immer schlechter, wir kommen nur langsam voran. In Eagle Plains reservieren wir unseren Stellplatz und fahren noch die letzten 32 km bis zum Polarkreis. Wir sind ganz allein, um uns herum nur blühende Tundra.

5. Tag: Es hat die ganze Nacht geschüttet, alles ist matschig und wir beschließen den Rückweg auf nebliger Straße anzutreten. Doch nach 2 Stunden wird das Wetter besser, die Sonne kommt raus. Durch die vorangegangenen Regenfälle sind die Farben der Natur noch intensiver. Auf dem schön gelegenen Tombstone Mountain Campground unternehmen wir eine tolle Wanderung am Klondike River entlang.

6. Tag: Heute wachen wir auf und haben noch 0,8 Grad im Wohnmobil, die Frontscheibe ist gefroren, wir haben keinen Eiskratzer! Dafür scheint die Sonne und wir haben ein atemberaubendes Panorama. In Dawson City fahren wir auf den Midnight Dome (knapp 900 m) und genießen einen herrlichen Rundblick auf den Yukon und den Klondike River. Bei 18 Grad machen wir einen Stadtspaziergang und lassen uns dann mit der Fähre auf die andere Seite des Yukon Rivers fahren. Auf unserem Campground setzen wir uns noch in die Nachmittagssonne. Plötzlich taucht ein großer Rotfuchs auf, er ist genauso überrascht wie wir.

Rotfuchs

Schneeschuhhase

7. Tag: Wir lassen den Nebel unter uns, denn wir fahren auf dem Top of the World Highway. Bei Sonnenschein und einem Panorama wie im Bilderbuch fahren wir die 100 km bis zur Grenzstation Alaska. Nachdem wir die Grenzformalitäten mit den notwendigen Fingerabdrücken hinter uns hatten (deutsche Wurst und Käse haben wir vorher im Bett versteckt!), ging es weiter bei unbeschreiblicher Fernsicht. Berge, Flüsse, Täler, Wälder so weit das Auge reicht. Auf dem Campground in Chicken gönnen wir uns eine leckere Blaubeerwaffel mit Kaffee auf der Terrasse im Freien. Beim Abendspaziergang begegnen uns etliche Schneeschuh-Hasen mit ihren weißen Ohren und weißen Pfoten.

8. Tag: Wieder hat es die ganze Nacht geregnet, aber schon bald ist der Himmel wieder strahlend blau und die Sicht ist herrlich. Wir fahren die Nabesna Road hinein in den Wrangell-St. Elias Nationalpark, eine Elchkuh überquert vor unserer Nase die Schotterpiste. Hier gibt es keine Campgrounds, wir übernachten an einem einsamen See.

9. Tag: Heute fahren wir die Nabesna Road bis zum Ende. Es geht nur extrem langsam voran, der Straßenzustand ist sehr schlecht. Bei Meile 29 und 31 müssen wir Flüsse überqueren, doch mit dem Allradantrieb ist das für unseren Truck kein Problem. Am Ende der Straße ist die "Stadt" Nabesna, die aus ca. 6 Häusern besteht. Hier hat jeder Anwohner ein eigenes Flugzeug. Die Start- und Landebahn befindet sich direkt neben der Straße und ist auch genauso holprig. Dallschafe grasen in weiter Entfernung an den Hängen, Weißkopfseeadler kreisen über uns. Hier ist die Welt zu Ende! Am Abend erleben wir einen sensationellen Sonnenuntergang.

Flussdurchquerung

10. Tag: In den Bergen hat es geschneit, die Gipfel um uns herum strahlen in leuchtendem Weiß. Heute fahren wir zurück bis Tok. Auf dem Sourdough Campgound checken wir ein und freuen uns auf eine ausgedehnte heiße Dusche! Das Wetter ist regnerisch und kalt.

Elchkuh

11. Tag: Es regnet noch immer! Auf dem Alaska Highway geht es nach Kanada. Nach der Grenze wird die Straße immer schlechter. Kurz nach dem Snag Junction Campground stehen 2 Elchkühe in einem Tümpel. Als sie uns sehen, verschwinden sie im Wald. Am Koidern River trinken wir bei zwei schrulligen Alten einen Kaffee und machen einen Fotostop am Pickhandle Lake. Der See liegt in der Shakwak Trench, durch diesen riesigen Graben ziehen 85% der Zugvögel im Frühjahr und Herbst. Wir sehen einige Trompeterschwäne.

12. Tag: Auf unserer Fahrt auf dem Alaska Highway gen Süden halten wir am Kluane River, der erst vor 400 Jahren entstanden ist, als der Kuskawulsh Gletscher den zum Pazifik abfließenden Südfluss des Kluane Lake verstopft hat und sich der Kluane Lake somit einen neuen Abfluss nach Norden suchen musste. Bei strahlendem Sonnenschein machen wir noch einen kleinen Abstecher nach Silver City, einer recht gut erhaltenen Ghosttown. Wir fahren über Haines Junction weiter bis zum Kathleen Lake. Der Campground hat bereits geschlossen, daher stellen wir uns direkt an den herrlichen See.

Silver City

13. Tag: Wir werden von den ersten Sonnenstrahlen geweckt und erleben ein atemberaubendes Panorama. Die aufgehende Sonne taucht die umliegenden verschneiten Berggipfel in ein glühendes Rot. Die Fenster unseres Wohnmobils sind von innen und außen gefroren. Wir fahren zurück nach Haines Junction, das im Morgennebel liegt. Die vielgerühmte Bäckerei hat auch schon geschlossen, somit frühstücken wir im Wohnmobil am Dezadeash River. Der Nebel hat sich aufgelöst, das Wetter ist traumhaft. Gut gestärkt fahren wir auf der Haines Road, einer der schönsten Panoramastraßen. Wir wandern auf den Rock Glacier und haben einen fantastischen Ausblick auf den Dezadeash Lake. Ein kleiner Abstecher nach Klukshu Village, das leider auch schon für den Winter verbarrikadiert ist, hält noch ein besonderes Erlebnis bereit: laichende Sockeye Lachse im flachen Wasser. Am Million Dollar Falls Campground laufen wir zu den sehr beeindruckenden Wasserfällen, bevor wir unsere Fahrt durch ein kleines Stück British Columbia antreten. Nach dem Chilkat Pass geht es nur noch abwärts bis nach Haines in Alaska. Auf dem Oceanside Campground findet eine kleine spontane Grillparty statt, wir kommen mit Amerikanern und Australiern ins Gespräch und genießen unser Bier bis spät in die Nacht.

Weißkopfseeadler

14. Tag: Die ganze Nacht hat es geschüttet. Wir fahren zuerst in den Chilkat State Park, der leider schon geschlossen hat. Daher fahren wir dann doch wieder nach Norden, um im Bald Eagle Reserve am Chilkat River die Adler zu fotografieren. Wir haben Glück, das Wetter klart auf! Nachmittags bummeln wir durch Haines, am Fort Seward entlang und erkundigen uns im Visitor Center nach der Wetterlage für die nächsten Tage. Die Fahrt nach Juneau wird gestrichen, weil es dort noch mehr regnet. Am Abend suchen wir uns direkt am Chilkoot Lake State Park einen schönen Platz zum Übernachten. Der Chilkoot River wird von den Bären zum Lachsfang aufgesucht. Tatsächlich können wir einige Grizzlies beobachten, zum Fotografieren ist es leider schon zu dunkel.

15. Tag: Wir beschließen für heute einen ganz ruhigen und gemütlichen Tag einzulegen. Somit stehen wir erst gegen Mittag auf und fahren dann zum Einkaufen nach Haines. Da das Wetter noch schlechter werden soll, hat ein Rundflug auch keinen Sinn. Wir wandern am Chilkoot River entlang, die Lachse kämpfen sich die Stromschnellen hoch. Conny steht im Wasser und versucht einen Lachs mit der Hand zu fangen. Durch die Lachswanderung ist der Fluss zum Futterplatz für Tausende von Möwen, Enten und vielen Weißkopfseeadlern geworden. Plötzlich taucht ein Grizzly auf, etwas später noch eine Bärin mit zwei umhertollenden Jungen. Wir können unser Glück kaum fassen.

tollende Grizzlyjunge

Möwe mit Lachs

16. Tag: Wieder hat es die ganze Nacht geregnet und wir stehen erst spät auf. Wir laufen wieder an "unserem Fluss" entlang, viele Fischer werfen ihre Angeln aus, es ist eine wunderschöne und spannende Wanderung, die zum Schluss noch mit einem lachsfangenden Grizzly ihren Höhepunkt findet. Um mal wieder duschen zu können, checken wir in Haines am Oceanside Campground ein. Abends fahren wir dann noch einmal zum Fluss. Heute ist wirklich unser Glückstag: 2 Bärenmütter mit ihren Jungen tummeln sich am Wasser und fangen Fische. Nach und nach kommen immer noch mehr Grizzlies aus dem Wald, um sich den Bauch vollzufressen. Ein tolles Schauspiel, wir machen hunderte von Fotos!

17. Tag: Wir wachen auf und die Sonne lacht uns entgegen. Heute ist der richtige Tag für einen Rundflug über den Glacier Bay Nationalpark. Mit einem anderen deutschen Pärchen sitzen wir in einer winzigen Cessna, Frank neben dem Piloten, Conny hinten auf dem Notsitz. Wir fliegen über die noch grünen Berghänge und sehen Grizzlies und Mountain Goats. Dann verlassen wir die hügelige Landschaft und schrauben uns weiter hoch, bis wir nur noch die phantastische eisige Gletscherwelt unter uns haben. Wir fliegen über den Eastarm zum Westarm, immer wieder tauchen wir in die Wolken ein, um gleich darauf in ein sonnendurchflutetes Tal zu kommen. Blauschimmernde Gletscher kalben direkt ins Meer, schneebedeckte Gipfel glitzern in der Sonne. Unbeschreiblich, einfach traumhaft! Nach unserem 75-minütigem Flug fängt es auch gleich wieder zu regnen an, wir fahren wieder zu unserem Fluss, um die letzte Nacht dort zu verbringen. Wie zum Abschied versammeln sich fast alle Bären der letzten Tage noch einmal...wir halten sie auf unseren Fotos fest.

Glacier Bay National Park

Trompeterschwäne

18. Tag: Etwas wehmütig verlassen wir unseren Fluss ganz früh, ein einziger Grizzly steht noch am Wasser. Dann geht es los Richtung Grenze. In einem kleinen Tümpel sehen wir zwei Trompeterschwäne. Conny versucht zu wenden, doch die Straße ist so eng, dass es uns erst nach 5 Kilometern gelingt. Aber für ein tolles Foto ist uns kein Umweg zu weit! Am Pass nach der Grenze zu British Columbia fängt es zu schneien an. Die Landschaft um uns herum hat sich verändert - alles ist weiß. Kaum zu glauben, dass vor 5 Tagen alles so bunt war wie eine Malerpalette. Wir fahren bis zum Kathleen Lake - auch hier ist der Winter richtig eingezogen. Wir wandern am nebelverhangenen See entlang - fast unheimlich!

19. Tag: Wir wandern noch einmal am See entlang, dann heißt es Abschied nehmen von diesem wunderschönen Platz. Kurz nach Haines Junction steht ein riesiger Elchbulle am Straßenrand. Wir biegen ab auf die Aishihik Road, eine üble 42 km lange Schotterstraße. Nach ca. 25 km bleiben wir am Hang im Schlamm stecken, da hilft auch kein 4-Rad-Antrieb. Wir rollen rückwärts den Hang vorsichtig runter, Frank wendet dann in 14 Zügen! Puh, es ist mal wieder alles gut gegangen, andere Autos kommen uns weder entgegen, noch ist sonst jemand unterwegs. Wir versuchen die nächste Schotterstraße, hier erreichen wir nach 15 Kilometern einen sehr schönen und einsamen Campground. Wir finden trockene Rindenstücke und trockenes Holz - kaum zu fassen, heute gelingt Frank ein tolles Lagerfeuer. Das Essen verzögert sich deshalb, da wir unser Bier im Freien am Feuer genießen. Unser letzter Abend in freier Natur!

ein gutes Bier am Lagerfeuer

20. Tag: Auf dem Alaska Highway geht es Richtung Whitehorse. Am Miles Canyon machen wir Halt und wandern ein Stück entlang des Yukon Rivers. In Whitehorse checken wir im Mountain Ridge RV Park ein. Nachdem wir alles gepackt und unseren Camper durch die Waschanlage gefahren haben, fallen wir todmüde in unser Bett.

Rückflug über das Polarmeer

21. Tag: Wohnmobil abgeben, im Hotel einchecken! Etwas traurig, dass dieses Abenteuer vorbei ist, bummeln wir noch durch Whitehorse und gehen shoppen. Abends gönnen wir uns ein superleckeres Essen mit Fleisch und Fisch, schließlich haben wir die letzten 3 Wochen vegetarisch gelebt, da ja das Holz für ein richtiges Grillfeuer immer zu nass war. Am nächsten Vormittag geht es mit der Condor von Whitehorse nach Fairbanks, von dort direkt nach Frankfurt.

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