Von Whitehorse nach Calgary

Whitehorse - Skagway - Haines - Whitehorse - Alaska Highway - Jasper - Banff - Calgary

Zeitaufwand: 3 Wochen
gefahrende Kilometer: ca. 4500
beste Jahreszeit: Juli bis September
Juli und August sind angenehm warm, allerdings voller Touristen und Moskitos
im September beginnt der Indian Summer, bedingt durch Nachtfrost gibt es keine Moskitos mehr

1. Tag, 6. September 2011
Ruhiger, entspannter Flug mit Air Canada, in gut 9 Stunden sind wir in Calgary. Nach langen 4½ Stunden Aufenthalt steigen wir in eine 50-sitzige Maschine, die uns nach Whitehorse bringt, noch einmal 2½ Stunden Flug. Im Best Western Gold Rush Inn bekommen wir ein Deluxe-Zimmer, das Restaurant ist schon geschlossen, aber an der Bar bekommen wir noch ein Yukon-Gold, um kurz vor Mitternacht liegen wir im Bett.

2. Tag, 7. September 2011
Nach einem deftigen Frühstück laufen wir zum Supermarkt, danach geht's mit dem Taxi zu Canadream, die Fahrzeugausgabe ist aber frühestens um 14 Uhr. Wir laufen zum Flughafen, zum Transportation Museum, hier steht ein altes Flugzeug, und dann zum Beringia Center, mit Infos zu Beringia, einem Landgebiet, als Alaska und Russland noch verbunden waren.
Um kurz vor 13 Uhr sind wir wieder bei Canadream, unser Truck Camper ist fertig, um 14 Uhr verlassen wir den Hof. Das Auto hat 28055km, der Camper ist klein, hat aber alles, was wir brauchen. Nach Supermarkt und Liquor Store machen wir uns um halb 4 auf den Weg nach Süden, ein kleines Stück Alaska Highway, dann auf dem South Klondike Richtung Skagway. Der Indian Summer ist in vollem Gange, die Wälder leuchten bunt, herrliches Licht zum Fotografieren. Wir halten am Emerald Lake, an der Carcross Desert, am Nares Lake und noch unzählige weitere Male, wir kommen kaum vorwärts.
An der Grenze zu Alaska werden die Uhren 1 Stunde zurückgestellt, am Abend erreichen wir Skagway und holen das reservierte Fährticket ab. Auf dem Campground ist das Office bereits geschlossen, wir suchen einen Stellplatz, packen aus, räumen ein, essen und fallen todmüde ins Bett.

3. Tag, 8. September 2011
Aufstehen 4:30, kurz vor 6 Uhr fahren wir auf die Fähre Malaspina, um 7 Uhr laufen wir aus. Bei schönem, aber kaltem Wetter fahren wir durch traumhafte Fjorde bis Haines, wo wir erst mal Obst und Gemüse kaufen. Dann geht's ins Chilkat Bald Eagle Preserve, wo wir auch tatsächlich einen Weißkopfseeadler fotografieren können. Die Cafes in Haines sind alle geschlossen (kein Kreuzfahrtschiff da), also rasten wir im Chilkoot State Park. Danach fahren wir den Chilkoot River entlang und schon nach kurzer Zeit taucht eine Grizzly-Mama mit ihren 2 halbwüchsigen auf, gemütlich schlendern sie am Ufer entlang. Wir suchen einen Stellplatz im Park und fallen bereits um 19 Uhr ins Bett.

Flugzeug vor Whitehorse
Flugzeug vor Whitehorse

Carcross Desert
Carcross Desert

Fährfahrt von Skagway nach Haines
Fährfahrt von Skagway nach Haines

4. Tag, 9. September 2011
Nach dieser superlangen Nacht sind wir völlig ausgeschlafen. Beim Frühstück springt ein Eichhörnchen auf unsere Treppe und schnuppert in die gute Stube. Wir fahren an den Fluss und suchen einen guten Parkplatz. Nach einer halben Stunde taucht direkt vor unserem Camper die Grizzlymama auf, kurz danach kommen auch die Kleinen. Leider regnet und stürmt es die ganze Zeit. Nach einer Rast sehen wir eine andere Grizzly-Bärin mit 3 Halbwüchsigen, so ein Glück. Wir folgen den 4 den Fluss entlang und sehen auch Adler, Möwen, Enten, Eichhörnchen. Später am Tag sehen wir die Mutter mit den 2 Kids noch einmal aus nächster Nähe, ein Junges springt ständig im tiefen Wasser herum, der Chilkoot führt bedeutend mehr Wasser als vor 4 Jahren. Das Wetter wird immer besser, die Wolken reißen auf, wir gehen auf den Haines-Hitch-Up-Campground, dumpen, füllen Wasser auf, laden Ipad und Kameras.

5. Tag, 10. September 2011
Morgens lugt die Sonne durch die Wolken, dann werden wir von dichtem Nebel eingehüllt. Aber kaum sind wir ein Stück gefahren, verlassen wir den Morgendunst und fahren durch Sonnenschein an den Chilkoot River. Im Wasser tummeln sich beide Grizzly-Moms mit ihren insgesamt 5 Jungen, natürlich mit gebührendem Abstand. In der Sonne gelingen uns fantastische Fotos, die halbwüchsigen fangen mit der Mutter zu rangeln an.
Am Chilkat River können wir bei bestem Licht Weißkopfseeadler fotografieren, dann geht die Fahrt über die Grenze nach B.C., später ins Yukon. Die Farbenpracht des Indian Summer lässt sich nicht in Worte fassen, die Böden leuchten rot, die Bäume sind gelb und grün, der Himmel dunkelblau und wolkenlos. Nach etlichen Fotostopps z.B. am Dezadeash Lake erreichen wir den Kathleen Lake, laufen ein wenig am Ufer entlang, es geht ein eisiger Wind, Wellen treiben ans Ufer. Wir finden einen schönen Stellplatz auf dem Campground und trinken ein Bier im Freien.

Weißkopfseeadler
Weißkopfseeadler

Bär mit Lachs
Bär mit Lachs

farbenprächtiger Indian Summer
farbenprächtiger Indian Summer

6. Tag, 11. September 2011
Sofort nach dem Wachwerden fahren wir an den See, das Wasser ist spiegelglatt, die Berge spiegeln sich, eine traumhafte Morgenstimmung, wir sind ganz alleine. Nach etlichen Fotos frühstücken wir, ziehen uns an und fahren nach Haines Junction. Es ist keine Wolke am Himmel, wir wandern den Dezadeash River Trail 2 Stunden lang, 5,5 km. In Haines Junction sitzen wir im Freien, erst am Camper für das Mittagessen, dann in einem Cafe. Weil das Wetter so sensationell ist, entscheiden wir, nicht nach Whitehorse sondern erst noch Richtung Norden zu fahren. Wir wandern den 1,7 km langen Lehrpfad über den Spruce Beetle Trail (Borkenkäfer), halten am Sulphur Lake und am Kluane Lake, Conny macht Foto nach Foto. Auf dem Congdon Creek Campground bekommen wir den letzten Stellplatz direkt am Kluane Lake, wir können immer noch im Freien sitzen, schreiben Tagebuch, schnippeln Gemüse, trinken, lesen, essen, machen Feuer.

7. Tag, 12. September 2011
Wir werden von einem traumhaften Sonnenaufgang geweckt, die schneebedeckten Berge leuchten rosa. Am Sheep-Mountain Besucherzentrum sehen wir die Dall-Schaf-Herde auf dem Berg, der Kluane Lake glitzert in der Morgensonne. Kurz vor Haines Junction sitzt ein Grizzly am Straßenrand, die Weiterfahrt bis Whitehorse geht durch wunderschöne, bunte Wälder. Am McIntyre Sumpf machen wir eine kleine Wanderung, danach geht es einkaufen und tanken. Von der SS Klondike laufen wir am Yukon River entlang, dann geht es auf den Hi Country RV, wir waschen, duschen.

Wanderung am Dezadeash River
Wanderung am Dezadeash River

Stellplatz am Kluane Lake
Stellplatz am Kluane Lake

SS Klondike
SS Klondike

8. Tag, 13. September 2011
Nach Dumpen und Wasser auffüllen sind wir um viertel vor 8 auf dem Alaska Highway Richtung Osten. Wir halten an der Yukon River Brücke und schauen von der Plattform auf den Lewes Sumpf, der nächste Halt ist am Marsh Lake, Swan Haven, danach am Teslin Lake. Die Fahrt verläuft angenehm, die Bäume sind bunt, immer wieder tauchen kleine Seen am Straßenrand auf. Am Rancheria Falls Halteplatz wandern wir zu den Fällen und machen Fotos mit Selbstauslöser. Kurz nach der Kreuzung mit dem Cassiar Highway biegen wir zur Albert Creek Bird Station ab. Nach einem knappen Kilometer wird die Straße immer abenteuerlicher, wir müssen aussteigen, kleinere Bäume wegbiegen. Irgendwann können wir drehen und fahren die morastige Strecke zurück, gut, dass wir einen Allrad haben. In Watson Lake schauen wir die Sign Posts an, dann wandern wir um den Wye Lake, eine schöne Wanderung, teils auf Holzbohlen über dem Marschgelände, wir können Schweifhühner fotografieren. Übernachtet wird auf dem Watson Lake Campground mitten im Wald. Auf der ruppigen Fahrt sind im Kühlschrank leider 3 Bier halb ausgelaufen, wir müssen alle Lebensmittel putzen, das Bier vom Salat und den Blaubeeren abwaschen, was für eine Sauerei.

9. Tag, 14. September 2011
Wir werden von einem zauberhaften Sonnenaufgang über dem Watson Lake geweckt, bereits der 5. Tag am Stück ohne Wolken. Kurz nach Watson Lake allerdings tauchen wir in die Wolken ein, ein Schwarzbär sitzt am Straßenrand, aufgrund des Nebels bemerken wir ihn viel zu spät. Immer wieder schauen wir kurz oben aus den Wolken heraus in blauen Himmel, um gleich darauf wieder in Nebel einzutauchen. Erst nach guten 100km verschwinden die Wolken, wir haben freie Sicht auf die traumhaft gefärbten Wälder. Plötzlich stehen Bisons am Straßenrand, kurz darauf blockiert eine ganze Herde die Straße. Im Muncho Lake PP stehen Steinschafe auf dem Highway und lecken Salze vom Asphalt. Wir machen eine kleine Wanderung am Trout River zu den Klippen, dann geht’s weiter zum Muncho Lake. Nach unserer Mittagsrast fahren wir weiter, plötzlich stehen Caribous an der Straße. Eine Meile weiter Steinschafe, dann wieder Caribous, plötzlich ein Stachelschwein, das allerdings schnell im Unterholz verschwindet. Wir kommen uns vor wie im Zoo, immer wieder tauchen Caribous am Straßenrand auf, außerdem ein Steinschafbock mit mächtigen Hörnern. Nach dem Pass am Summit Lake geht es nur noch bergab bis Fort Nelson, ein kleiner Schwarzbär schaut aus dem hohen Gras. Wir tanken und mieten uns dann auf einem extrem hässlichen Campground ein, wir stehen dicht an dicht.

Signpost in Watson Lake
Signpost in Watson Lake

Caribous
Caribous

Steinschaf
Steinschaf

10. Tag, 15. September 2011
Wir müssen den Camper mehrfach umsetzen, da Wasseranschluss, Dump-Abfluss und Strom unmöglich weit voneinander entfernt sind. Die Fahrt geht durch liebliche Landschaften, ein grauer Fuchs geht im Gras auf die Jagd, ansonsten passiert nicht viel, bis wir in Charlie Lake den Alaska Highway verlassen. Kurz darauf fängt es zu regnen an, auf der Fahrt den Peace River entlang zieht es immer mehr zu. Der Campground im Moberly Lake PP ist leider schon geschlossen, wir fahren bis Chetwynd, tanken und entscheiden, weitere 160km zu fahren, da es mittlerweile schüttet. Nach Überquerung des Pine Pass in den Rockies finden wir nach gefahrenen 687km einen Stellplatz in McLeod Lake direkt am See.

11. Tag, 16. September 2011
Es regnet die ganze Nacht, der Blick auf den See zum Aufwachen ist trotzdem bezaubernd. Kurz nach der Abfahrt hört der Regen auf, in Prince George wird getankt, dann geht es auf dem Yellowhead Highway gen Osten. Wir halten am Purden Lake und wandern etwas am See entlang. Im sumpfigen Graben neben dem Highway liegt ein riesiger Elchbulle, nach der Mittagsrast sehen wir noch verschiedene Rehe und Hirsche, bis wir bei strahlendem Sonnenschein in Valemount ankommen. Links die Rockies, rechts die Cariboo Mountains, der Yellowhead Highway ist eine traumhaft schöne Panoramastraße, wenn das Wetter mitspielt.

12. Tag, 17. September 2011
In der Nacht regnet es, aber morgens werden wir mit einem wunderschönen Panorama überrascht. Kurz nach der Abfahrt Warnglocken im Auto, zu wenig Reifendruck, zum Glück kommt auf dem Yellowhead Hwy eine einsame Tankstelle, hinten links haben wir nur 60 statt der vorgesehenen 80 psi. In Jasper gehts zum Visitor Center, Wanderinfos holen, dann auf den einzigen noch offenen Campground, Whistlers, 2 Nächte bekommen wir ohne alles, die 3. Nacht Full-Hook-Up. Auf dem Icefields Parkway fahren wir ein Stück, dann wandern wir knappe 5km durchs Valley of the 5 Lakes, traumhaft, jeder See hat eine andere Färbung. Zurück in Jasper gönnen wir uns in der Bäckerei Blueberry-Kuchen und Apple-Streusel. Nach dem Kaffee fahren wir zum Maligne Lake, der Medicine Lake ist völlig abgelaufen, nur noch kleine Rinnsale sind zu sehen. Wir wandern noch einmal 5 km durch traumhaft schönen Wald zum Lorraine Lake und zum Mona Lake, den wir ganz alleine erleben. Leichter Schneefall beginnt, aber es ist wunderbares Wanderwetter. Auf der Rückfahrt macht Conny HDR-Bilder vom Panorama hinterm Medicine Lake, ich fotografiere Kanadagänse und kleine Pikas. In Jasper stehen Wapitis am Straßenrand, ein kapitaler Bock ist kurz davor, die Fotografen zu attackieren, einige sind auch viel zu nahe dran. Und das, obwohl überall gewarnt wird, dass Brunftzeit ist. Auf dem Campground stehen auch noch ein paar riesige Wapiti-Kühe, unser Stellplatz 23D liegt schön im Wald, das Essen haben wir uns heute verdient.

Campground in Valemount
Campground in Valemount

Valley of the 5 Lakes
Valley of the 5 Lakes

Pika
Pika

13. Tag, 18. September 2011
Weil Sonntag ist, schlafen wir aus, im Wohnmobil sind es 2,1°. Bei Regen fahren wir den Yellowhead Hwy nach Westen, 11km, dort startet unsere erste Wanderung. Der Himmel klart auf, bei 3° laufen wir los, 260 Höhenmeter müssen überwunden werden, uns ist warm. Außer uns läuft niemand diese Wanderung, auf weichem Waldboden geht es stetig bergauf bis zum Christine Lake, einem wunderschönen Gebirgssee. Auf dem Weg liegt noch der Dorothy Lake, wir machen einen Abstecher zum Virl Lake, nach knapp 4 Stunden und 8,5km sind wir wieder am Camper, essen erstmal Nudelsalat.
In Jasper wird getankt, dann fahren wir die Maligne Road, am Medicine Lake schüttet es, wir überlegen schon umzukehren. Auf dem Anstieg zum Maligne Lake wird es heller, plötzlich steht eine Schwarzbärmama mit 2 Jungen rechts im Gebüsch, kurz darauf noch eine Elchkuh mit Jungem. Am Maligne Lake ist es dann trocken, wir laufen den Mary Schäffer Loop, 3,2 km erst am See, dann durch dichten Wald. Am gegenüberliegenden Seeufer steht eine Elchkuh mit Kalb. Im letzten Drittel fängt es zu nieseln an, wir kommen noch halbwegs trocken bis zum Camper. Am Medicine Lake können wir noch einmal Pikas und Panorama fotografieren, die Wolkendecke reißt auf. Kurz darauf aber fängt es stark zu regnen an, es hört bis zum Campground nicht mehr auf.

14. Tag, 19. September 2011
Am Morgen ist die Batterie völlig leer, dafür werden wir mit blauem Himmel überrascht. Wir fahren sofort die enge Straße Richtung Mt. Edith Cavell, gut dass unser Truckcamper weniger als 7m lang ist, sonst würden wir die Haarnadelkurven nicht fahren dürfen. Um kurz nach 9 Uhr sind wir oben, 3°, aber Sonnenschein. Wir schleppen das Stativ die 800m und 70 Höhenmeter bis zum See, Gletscher und See liegen komplett in der Sonne, so schön haben wir den Cavell Pond noch nie erlebt. Das Stativ lassen wir dann im Auto und starten um 11 Uhr unsere Wanderung zu den Cavell Meadows. Es geht stetig bergauf, je höher wir kommen, desto mehr Schnee liegt am Wegesrand, mal geht es durch dichten Wald, dann über die Weiden, die komplett mit Schnee bedeckt sind.
Auf 2000m gibt es einen Viewpoint, den nächsten dann auf 2119m, dort machen wir Rast, bevor wir langsam den Abstieg zum Parkplatz auf 1700m in Angriff nehmen. Gegen Ende des Weges sitzen Murmeltiere und Pikas in den Felsen, um kurz vor 15 Uhr haben wir die 6km geschafft. Anschließend fahren wir noch den 93A bis zu den Athabasca Falls, ein traumhafter Anblick mit dem Bergpanorama rundherum, noch immer strahlt über uns die Sonne. Auf dem Campground stehen wir diesmal auf 54G, einem Full-Hook-Up. Zum Duschen müssen wir fast 1km laufen, auf dem Rückweg läuft eine riesige Wapitikuh direkt vor uns her.

pitschnasses Schwarzbärjunges
pitschnasses Schwarzbärjunges

Surfen auf der Eisscholle
Surfen auf der Eisscholle

Schneewanderung in den Cavell Meadows
Schneewanderung in den Cavell Meadows

15. Tag, 20. September 2011
Wir schlafen aus, da wir wegen der Batterie zu Peak Automotive nach Jasper müssen, wie der Anruf bei Canadream gestern ergeben hat. Heute Nacht waren es -3°, im Camper ist es "frisch", um 9 Uhr fahren wir los. Wir bekommen völlig unbürokratisch eine neue Batterie, dann geht’s in den Waschsalon, anschließend ins Visitor Center, Wanderkarten für Banff besorgen, einkaufen und in den Liquor Store. Um kurz vor Halb 2 fahren wir Richtung Maligne Lake, um 14 Uhr starten wir die Wanderung zum Moose Lake. Anfänglich geht es nur gegen die Sonne, wir müssen uns höllisch konzentrieren, der Weg ist voller Wurzeln, dazu der ständige Wechsel zwischen Gegenlicht und Schatten. Der Moose Lake liegt wunderschön in der Sonne, dahinter das Panorama der Berge. Wieder am Maligne Lake angekommen, entdecken wir den Lakeshore Trail, der in den Wanderkarten gar nicht eingezeichnet ist. Wir laufen um 2 Buchten, in der Hoffnung, irgendwann Spirit Island zu sehen, doch dann müssen wir umkehren. Conny macht etliche Fotos, die grüne Farbe des Sees mit den Bergen im Hintergrund ist aber auch wunderschön. Nach 2 Stunden 45 Minuten sind wir wieder am Camper, auf der Rückfahrt sehen wir am Medicine Lake 7 Bighorn-Schafe. In Jasper wird noch einmal getankt, dann geht es auf Stellplatz 11H, recht nah zur Dusche. Auf dem Weg dorthin steht eine Wapitikuh am Weg, plötzlich taucht hinter dem Duschhaus der Bulle auf und fängt an, sie zu jagen, wir springen schnell ins Duschhaus. Auf dem Rückweg müssen wir einen Umweg laufen, da der Wapitibulle direkt auf unserem Weg steht und das Geweih an den Bäumen reibt.

16. Tag, 21. September 2011
Am Eingang zum Campground liegt ein toter Elkbulle, da muss es wohl einen heftigen Kampf gegeben haben, normalerweise ringen Wapitis nur mit ihren Geweihen. Wir fahren über den Athabasca River und wandern den Trail 1, 3,8km die Hügel hinauf bis zum Old Fort Point, einem Bedrockfelsen hoch über Jasper. Das 360°-Panorama ist spitzenklasse, der Abstieg allerdings etwas steil. Nach einer gemütlichen Rast am Ufer des Athabasca River fahren wir an den Lake Beauvert und wandern um ihn herum. Es geht quer über den Golfplatz, dann hinein in die noble Fairmont Jasper Park Lodge, wir umrunden auch noch den Mildred Lake, sehen mehrere Kanadagänse über uns fliegen und im Lake Beauvert landen. Nach guten 4km sind wir zurück am Camper, fahren nach Jasper shoppen und sind nach gefahrenen 20km zurück am Stellplatz 9K. Auf dem Weg zur Dusche gibt es heute leider keine Begegnungen mit Wapitis oder anderen Tieren, dafür können wir lange im Freien sitzen.

360°-Panoramablick vom Old Fort Point
360°-Panoramablick vom Old Fort Point

Wapiti
Wapiti

Stellplatz auf dem Whistlers Campground
Stellplatz auf dem Whistlers Campground

17. Tag, 22. September 2011
Wir stehen früh auf, fahren zur Dumpstation und sind bereits um 8h30 auf dem Parkplatz zur Wanderung an den Wabasso Lake. Der See wurde durch Biber errichtet und tatsächlich, ein kleiner Biber schwimmt an der Oberfläche, taucht aber sofort ab, als er uns bemerkt. Wir setzen uns 15 Minuten im Regen ans Ufer, bis er endlich wieder auftaucht und sich fotografieren lässt. Nach knapp 3 Stunden sind wir 7km gelaufen, auf teils steilen Wegen, jetzt nehmen wir den Icefields Parkway in Angriff, leider ist es permanent leicht am regnen. Wir halten am Horseshoe Lake, am Parkplatz „Goats and Glaciers“, an den Sunwapta Falls. An den Tangle Falls scheint tatsächlich die Sonne zum Fotografieren, doch schon 6km später, am Icefields Center, wieder Regen. Am Coleman Creek machen wir Rast, die Batterie ist leer. Wir halten noch am Herbert Lake, dann buchen wir einen Campground mit Strom in Lake Louise für 3 Tage. Abends laufen wir noch eine gute halbe Stunde am Bow River entlang, es windet, aber dafür ist es trocken.

18. Tag, 23. September 2011
An der Tankstelle pumpen wir unseren Reifen wieder auf, er hatte nur noch 60psi, dann fahren wir den Icefields Parkway Richtung Norden bis zur Num-Ti-Jah-Lodge am Bow Lake. Wir wandern 4,6km erst am See entlang, dann an kleinen Wasserläufen bis zu den Fällen, die vom Bow Glacier im Wapta Icefield gespeist werden. Es geht ein extrem starker Wind, der uns an den Steilhängen fast vom Weg weht. Hier entsteht der Bow River, dessen Wasser über die Hudson Bay in den Atlantik fließt. Nach 4 Stunden sind wir zurück am Camper, völlig fertig wegen der kalten Winde. Nach dem Mittagessen fahren wir an den Peyto Lake mit seiner wunderschönen Farbe. Dort wandern wir erst den Guided Trail, dann über eine alte Feuerstraße bis in die Nähe des Bow Summit, von 2070m bis auf 2340m in 2,9km. Die Ausblicke auf Bow Lake und die umliegenden Gletscher sind überwältigend. Auf dem Campground wird gedumpt, nach dem Abendessen fallen wir ins Bett.

19. Tag, 24. September 2011
Wir fahren den TCH bis kurz vor Banff, dann den 1A zurück Richtung Lake Louise. Am Johnston Canyon halten wir und beginnen um 9.15 Uhr unsere Wanderung. Zuerst geht es auf geteertem Weg 2.9 km bis zu Lower und Upper Falls (120m Höhenunterschied), dann stetig steigend 190 weitere Höhenmeter und wieder 100 Höhenmeter nach unten, bis wir endlich nach 5.9 km an den Ink Pots ankommen. Die Wasserstellen haben alle eine andere Färbung. Vom Grund blubbert es, je langsamer die Quellen fließen, desto grüner ist das Wasser. Der strahlend blaue und wolkenlose Himmel verstärkt diesen Effekt noch, es ist brütend heiß, 26 Grad! Nach 5 Stunden sind wir zurück am Camper – tolle Wanderung aber sehr schweißtreibend!
Nach einer Rast fahren wir den 1A weiter, halten an den Castle Cliffs, dann geht es zum Lake Moraine. Bereits 3 km vor dem Parkplatz stehen die Autos an der Straße – totale Überfüllung – Wochenende! Glücklicherweise bekommen wir durch Zufall einen Parkplatz und beginnen unsere Wanderung mit dem Lakeshore Trail 1,5 km bis zum Zufluss des Sees. Im Gletscherwasser ist Rock Flour, dieses Material absorbiert die blaue Farbe. Da Wasser rot, gelb und orange verschluckt, erscheint der See grün. Je mehr Rock Flour, desto grüner der See, zu viel Rock Flour lässt das Wasser milchig erscheinen.

Wasserfall am Bow Glacier
Wasserfall am Bow Glacier

Recycling Container
Recycling Container

Inkpots
Inkpots

20. Tag, 25. September 2011
Heute stehen wir wieder ganz früh auf und sind bereits um 8.00 Uhr am Lake Louise (1730 m). Fotografen mit Stativen tummeln sich am Seeufer, wir laufen 2 km am Lakeshore Trail, dann 4 km mit 365 m Steigung ans Teehaus im Valley of the 6 Glaciers. Der Weg startet am Zufluss des Lake Louise und bietet immer wieder herrliche Panoramablicke in die Berge und zum See mit dem Chateau. Mountain Goats grasen hoch über uns. Beim Abstieg werden wir vom Regen überrascht, das Wetter ändert sich im Hochgebirge extrem schnell. Zurück am Camper kochen wir uns noch eine Kleinigkeit, dann geht es in einer endlosen Autoschlange den TCH bis Calgary zum Campground. Alle Vorräte sind aufgebraucht, wir packen, putzen und trinken dann unser letztes Bier.

21. Tag, 26. September 2011
Letzter Tag, Camperrückgabe und Abschied nehmen – es fällt uns schwer die Heimreise antreten zu müssen – ein superschöner Urlaub!

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