Durch Nova Scotia und Neufundland

Halifax - Argentia - Trinity - Gros Morne - Cape Breton

Zeitaufwand: 3 Wochen
gefahrende Kilometer: ca. 4000
beste Jahreszeit: Juni bis Mitte September

1. Tag: Von Frankfurt fliegen wir mit Condor in 7,5 Stunden nach Halifax, Nova Scotia. Mit unserem Ford Escape fahren wir gleich mal zum nächsten Outdoorladen, um Campingausrüstung zu kaufen. Danch suchen wir uns ein Hotel und gehen ins Bett, denn morgen soll es ja früh losgehen.

2. Tag: Es regnet in Strömen! Nach dem Frühstück decken wir uns beim CAA mit Karten und Tourbooks ein und fahren entlang der Ostküste bis Cape Breton. Im Whycocomagh Provincal Park bauen wir unser Zelt auf. Außer 2 Motorradfahrern will niemand campen, da alles überschwemmt ist! Das Bier und die Raviolis aus der Dose schmecken köstlich.

Whycocomagh Provincial Park

Cabot Trail

3. Tag: Es regnet nur noch wenig und nach einer Dusche unter eiskaltem Wasser fahren wir den Scenic Drive am St Andrews Channel, einem Teilarm des Bras d'Or Lake, entlang bis North Sidney. Nachdem nun die Sonne ihr Bestes gibt, machen wir einen Ausflug in den Cape Breton Highland N.P. bis kurz hinter Ingonish - bei Sonnenschein ist der Cabot Trail unglaublich schön.

4. Tag: Auf der Fähre checken wir um 5.00 Uhr früh ein. Nach 14 Stunden Überfahrt im endlosen Nebel erreichen wir Argentia um 20.30 Uhr Ortszeit - die Uhr wird eine halbe Stunde vorgestellt auf Newfoundland Time. Böse Zungen behaupten, dass es 13 Monate im Jahr auf NF regnet, aber dass man von einem Wolkenbruch in den anderen fährt, darauf waren wir nicht vorbereitet. Das Hotel in St Bride hat um 22.00 Uhr schon geschlossen, doch die freundliche Dame aus dem Nachbarhotel weckte unsere Gastgeber und wir bekamen das schönste Zimmer!

Fähre

Gannetfelsen

5. Tag: Die Sonne scheint - wir schauen fassungslos aus unserem Fenster und sind begeistert von der rauhen Schönheit dieser Insel. Wir fahren zum Cape St Mary's, einem vorgelagerten Felsen mit einer Riesenkolonie von Gannets, Seevögeln mit 1.80m Spannweite, die wir aus nächster Nähe fotografieren können. Über den Cataract P.P. geht es dann an die Ostküste zur Witless Bay Ecological Reserve. Wir buchen eine Bootstour für den Abend und bekommen den letzten freien Zeltplatz im La Manche P.P. Um 18.00 Uhr sind wir bei O'Brians, doch das Boot ist noch draußen, es hat Wale gesichtet und für unsere gebuchte Ausfahrt wird es leider zu spät.

6. Tag: Um 9.30 Uhr legt unser Boot ab, wir sind zu acht plus Captain Michael und Guide Deirdra. In der Witless Bay brüten Puffins, das Wahrzeichen von Neufundland. Deirdra singt wunderschöne Lieder und lockt damit die Wale an. Plötzlich entdecken wir 2 Buckelwale und folgen ihnen.

Wir fahren auf dem TCH und verlassen ihn 150 km später Richtung Buonavista Peninsula. In Trinity treffen wir auf Peter Beamish, den bekannten Walforscher. Nachdem er kein Zimmer mehr frei hat, läßt er uns in seinem alten Wohnwagen übernachten.


Buckelwal

Armageddon

7. Tag: Um 5.00 Uhr weckt uns Peter zum Frühstück. Heute geht es zur Whalewatchingtour in einem großen Schlauchboot. Wir werden in wasserdichte rote Anzüge gesteckt und laufen durch Trinity zum Zodiac. Die Szene erinnert an Bruce Willis in Armageddon. Nach kurzer Zeit sichten wir zwei Buckelwale, die uns bis auf wenige Meter an sich heranlassen. Welch ein herrliches Schauspiel! Nach unserem 4 stündigem Ausflug sind wir alle hungrig und lauschen bei einem üppigen Frühstück Peters Theorien über die Kommunikation der Wale mittels Zeitrhythmus.

Nachmittags verlassen wir Trinity und fahren zum Terra Nova NP. Plötzlich steht eine Elchkuh mit ihren beiden Jungen am Straßenrand. Wir sind so überrascht und vergessen anzuhalten, um zu fotografieren. Wir checken im First Choice B+B in Sandington ein. Danach wandern wir um den Sandy Pond und sehen auf der Rückfahrt noch einen kleinen Schwarzbär.


8. Tag: Nach einer ausgiebigen Dusche verlassen wir unser B+B wieder und checken im 10 km entfernten Malady Head Campground ein. Zuerst wandern wir den Southwest Brook Trail bis an den Southwest Arm der Alexander Bay. Danach fahren wir mit dem Auto auf den Blue Hill und haben bei klarstem Wetter einen Superblick über den ganzen Park. Als wir wieder auf dem Campground ankommen, ist eine Stange von unserem Zelt gebrochen. Notdürftig reparieren wir und hoffen, dass die Stange dem Wind auf NF standhält.

Malady Head

Hängebrücke

9. Tag: Heute ist Canada-Day. Nach einem leckeren Frühstück geht es an den Newman Sound. Wir wandern 4 Stunden entlang des Coast Trails. Der wunderschöne Weg führt uns durch dichte Wälder immer am Newman Sound entlang. Danach versuchen wir noch etwas einzukaufen. Aber außer einer neuen Gaskartusche und einem Sixpack Bier hat die Tankstelle nichts zu bieten. Zum Abendessen gibt es deshalb nur die Ravioli aus der Dose.

10. Tag: Aufstehen um 6.00 Uhr. Nach dem Frühstück mit Spiegelei und Kaffee bauen wir unser Zelt ab und verlassen noch vor 8.00 Uhr den Campground. Heute geht es bis Twillingate. Wir besuchen gleich Cecil Stockley, den Icebergman. Nachdem sich für heute keiner angemeldet hat, haben wir eine Privatcharter und er fährt mit uns 2 Stunden die Küste entlang. Leider sind dieses Jahr keine Eisberge da, das Wasser ist zu warm. Am Abend steigen wir auf einen Hügel hinter unserer Cabin, um den Sonnenuntergang zu genießen.

Twillingate

Baum im Nebel

11. Tag: Wir starten bereits um 8.00 Uhr morgens, da wir heute bis zum Gros Morne NP fahren (450 km). Da es fast den ganzen Tag regnet, hätten wir eh nicht viel anfangen können als Autofahren. Der Park liegt im totalen Nebel, trotzdem starten wir eine kleine Wanderung zu einem Wasserfall - sehr gespenstisch! Wir fahren weiter bis zum Campground in der Shallow Bay. Nach einem Strandspaziergang am St.-Lorenz-Golf in den Dünen kochen wir ein leckeres Abendessen und verkriechen uns noch vor 8.00 Uhr ins Zelt. Plötzlich hört der Regen auf, die Wolken verschwinden und es wird taghell!

12. Tag: Super Wetter - Sonnenschein und warm! Die erste Wanderung geht durch dichten Wald zum Broom Point ans Meer. Danach wandern wir durch Wetlands bis zum Western Brook. Wir sehen Blue Flag Iris und viele Pitcher Plants. Am Spätnachmittag umrunden wir noch den Berry Head Pond.

Gros Morne Park

Orchidee

13. Tag: Heute führt uns unsere Wanderung vorbei an herrlichen Orchideen durch Wald- und Sumpfgebiete bis zu den Baker's Brook Falls. Die Fälle stürzen in mehreren Etappen nach unten.

14. Tag: In Norris Point geben wir auf dem Postamt unsere Ansichtskarten ab. Die Fähre über die Bonne Bay nimmt leider keine Autos mit und so müssen wir ca. 75 km außen herum fahren bis Woody Point. Das Landschaftsbild hat sich total geändert. Wir laufen in den Tablelands über Felsen, die während der Kollision der nordamerikanischen mit der afrikanischen Kontinentalplatte nach oben gedrückt wurden. Eine weitere Wanderung führt uns auf den Partridgeberry Hill. 2,5 km mit 300 m Höhendifferenz. Plötzlich stehen 2 friedlich grasende Elchkühe vor uns im Unterholz. Zum Fotografieren mit dem Tele sind wir fast zu nah - als die Tiere unruhig werden, ziehen wir uns besser zurück. Der Ausblick vom Gipfel reicht von Woody Point über Norris Point bis weit in die verschiedenen Arme der Bonne Bay hinein. Der Gipfel des Gros Morne Mountain liegt leider im Nebel.

Pitcher Plant

The Narrows

15. Tag: Heute fahren wir nach Trout River auf den Campingplatz. Auf einer wunderschönen Parzelle bauen wir unser Zelt auf. Nachdem kein Ranger da ist, gehen wir erstmal zum Wandern. 7,5 km geht es entlang am Trout River Pond, erst durch dichten Wald, dann durch Wetlands und später vorbei an vulkanischem Geröll hoch in die Berge. Von dort haben wir einen wahnsinnigen Ausblick auf die Engstelle (The Narrows) mitten im Pond. Danach ging es diesen tollen Weg natürlich wieder zurück. Beim Ranger haben wir uns dann Feuerholz gekauft, um einen schönen Abend vor dem Lagerfeuer zu verbringen.

16. Tag: Nach einer Wanderung rund um den Stuckless Pond (9,5 km) - wir werden von den Moskitos fast aufgefressen - verlassen wir heute den Gros Morne N.P. Auf dem TCH geht es bis Port aux Basques. Wir mieten uns für 60$ in eine unsaubere Cabin ein - egal, wir müssen um 5.00 Uhr früh an der Fähre nach Nova Scotia sein.

17. Tag: Nach 5 Stunden Fährfahrt legen wir wieder in Nova Scotia an. Über den TCH und die Fähre nach Englishtown kommen wir auf den Cabot Trail und hinter Ingonish in den Cape Breton Highlands N.P. Zuerst fahren wir auf den Brood Cove Campground und dürfen uns auf dem fast leeren Campground eine freie Stelle aussuchen. Anschließend wandern wir um den Warren Lake und gehen im Atlantic Restaurant in der elitären Keltic Lodge essen.

Cape Breton National Park

Auf dem Segelboot

18. Tag: Wir fahren bis Neils Harbour und wandern den Coastal Trail (9 km). Über die Alternative Scenic Route kommen wir bis South Harbour. Dann geht es an die Nordspitze der Cape Breton Halbinsel nach Bay St Lawrence. Bei einem kurzen Ausflug über eine Dirt Road nach Meat Cove sehen wir einen Weißkopfseeadler. Kurz danach steht eine Elchkuh mitten auf der Straße.
Um halb fünf startet unser Segeltörn mit Cpt. Danny und Ria. Da sich sonst niemand angemeldet hat, haben wir das Boot für uns alleine. Wir sehen Seelöwen, Gannets, Adler und Puffins, aber keine Wale, dafür segeln wir bei ruhiger See bis zum Cape North und zurück.
Unser Ziel für den Abend ist der Campground Big Intervale. Dieser entpuppt sich als wilde Wiese ohne Toilette, Dusche oder Trinkwasser, außerdem ist kein anderer Camper da und das mitten im Bärengebiet! Also fahren wir weiter bis Macintosh Brook - gleiches Bild! Der nächste Campground ist zwar nicht mehr ganz so einsam, jedoch wieder weder Dusche noch Toilette. Langsam wird es dunkel und wir fahren bis zum Parkausgang nach Chétecamp, wo wir einen superschönen Stellplatz mit Feuerstelle erhalten.

19. Tag: Nachdem wir für 3 Tage unseren Zeltplatz haben, geht es gleich nach dem Frühstück zur ersten Wanderung nach Corney Brook zum Wasserfall (8km). Danach laufen wir auf den Bergkamm und haben einen atemberaubenden Ausblick. Wir sehen eine Elchkuh im Unterholz. Auf der Rückfahrt zum Campground steht ein ausgewachsener Elchbulle am Straßenrand. Zum Abendessen braten wir uns am offenen Feuer saftige Rindersteaks und genießen unser Dosenbier in der lauen Abendluft.

Elchbulle

20. Tag: Heute schüttet es in Strömen. Wir bleiben im Zelt und lesen. Um 12.00 Uhr wird es langsam trocken, wir wandern den d'Acadien Trail direkt am Campground (9,6km). Normalerweise hat man hier spektakuläre Ausblicke auf den Canyon und die Küste - heute liegt alles im totalen Nebel. Entgegenkommende Wanderer warnen uns vor einer Bärin mit Jungen. Leider ist sie uns nicht begegnet!

d'Acadien Trail

21. Tag: Die Nacht war kalt und nass - wir müssen Isomatten und Schlafsäcke trocknen. Das Zelt wird ein letztes Mal zusammengelegt. Zum Abschluss wandern wir noch einmal den d'Acadien Trail. Diesmal sind die Ausblicke wirklich atemberaubend schön. An der höchsten Stelle stören wir eine Elchkuh, die sich nur widerwillig fotografieren läßt, um dann im Eiltempo auf uns zuzutraben. Die anschließende Fahrt entlang der St Lawrence Bay im strömenden Regen ist eher anstrengend, die Ausfahrt zum West Mabon Beach, laut Karte einer der "10 Don't Miss" in Nova Scotia, entpuppt sich als superlangweilig. Wir finden ein kleines Cottage an der St Georges Bay, in dem wir die letzte Nacht verbringen.

22. Tag: Nach einem ausgiebigen Frühstück liegt die letzte Etappe vor uns: Wir überqueren den Canso Causeway, sind also wieder auf dem Festland und folgen dem TCH bis an die Bay of Fundy. Der Kanal ist völlig leer - gerade beginnt die Flut zu steigen, das Wasser kommt, Raftingboote sind schon unterwegs - das Touristenereignis kann beginnen. Wir fahren weiter zum Flughafen und nehmen Abschied von Nova Scotia. Ein wunderschöner Urlaub ist zu Ende - besonders Neufundland hat uns begeistert - wir kommen wieder!
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